Autogenes Training

Autogenes Training wurde von dem Berliner Nervenarzt J. H. Schultz (1884-1970) entwickelt. Er experimentierte zunächst mit der Hypnose und ihrer Wirkung bei körperlichen Beschwerden ohne medizinische Ursache. Schultz konnte nachweisen, dass das unter Hypnose hervorgerufene Gefühl von Schwere und Wärme durch autogenes Training auch hervorgerufen werden kann. 1928 ist sein Buch "autogenes Training" mit dem Untertitel "konzentrative Selbstentspannung" erstmals veröffentlicht worden.

Das autogene Training ist ein ganzheitliches Verfahren, das die Einheit von Körper und Seele fördert. Durch positive Selbstinstruktion kann man z.B. auch den "inneren Schweinehund" und damit körperliche Leistungsgrenzen überwinden. Autogenes Training funktioniert so, dass man im Geiste bestimmte Formeln ständig wiederholt. Diese Formeln zeigen ihre positive Auswirkung im Körper und man ist in der Lage Herausforderungen besser zu bewältigen und aktiv und dynamisch dem Leben gegenüberzutreten. Die suggestiven Fähigkeiten des Menschen werden im autogenen Training bewusst gemacht, sie lassen sich trainieren und hilfreich anwenden.

Im autogenen Training lernt man, dem Körper Zeichen zu geben, auf die er sich entspannen soll. Diese Zeichen sind die Formeln des autogenen Trainings. Eine zur Schwereübung zugehörige Formel lautet z.B.: "Arme und Beine ganz schwer", woraufhin mit einiger Übung ein Entspannungszustand erreicht wird, der tatsächlich Schwere in den Extremitäten erleben lässt. Stufenweise werden weitere Teilübungen eingeführt: Wärme-, Atmungs-, Herz-, Sonnengeflechts- und Stirnübung. Auf diese Weise kommt es zur ganzheitlichen Entspannung.

Autogenes Training hat sich inzwischen zu einer der erfolgreichsten und beliebtesten Methoden der medizinischen und psychotherapeutischen Entspannungsbehandlung entwickelt.

Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben die hohe Wirksamkeit des autogenen Trainings unter Beweis gestellt.