Progressive Relaxation

Die Tiefmuskelentspannung (progressive Relaxation oder auch progressive Muskelentspannung) wurde in den 30er Jahren von dem amerikanischen Mediziner Edmund Jacobson (1885-1976) entwickelt.

Er beschäftigte sich als Wissenschaftler intensiv mit der Funktionsweise der Muskulatur. Dabei fiel ihm auf, dass innere Unruhe, Stress und Angst mit Anspannungen der Muskulatur einhergehen. Ein Mensch, der innerlich angespannt oder ängstlich ist, ist meist auch muskulär angespannt. Umgekehrt beobachtete er, dass eine Lockerung der Muskulatur mit einem Ruhegefühl einhergeht. Psyche und Körper wirken also aufeinander ein.

1929 veröffentlichte Jacobson unter dem Namen "Progressive Relaxation" ein Verfahren zur physischen Muskelentspannung. Anstatt bereits angespannte Muskeln direkt in die Entspannung zu führen, schlägt Jacobson vor, die Muskulatur zunächst stark anzuspannen, um dann der Entspannung besser nachfühlen zu können. Tatsächlich ist es durch die vorherige Anspannung möglich, eine tiefere Entspannung zu erzielen.

Die Progressive Relaxation ist in der Regel schneller und leichter zu erlernen als andere Entspannungsmethoden. Sie sagt vielen Teilnehmern wegen des pragmatischen und "handfesten" Charakters zu.

Kontrollierte Studien belegen Wirkungen bei einer Vielzahl psychosomatischer Störungen (z. B. Kopf- und andere Schmerzen, essentielle Hypertonie) sowie bei Angst- und Schlafstörungen.

Sie ist heute eine der Entspannungsmethoden, die am weitesten verbreitet und am besten erforscht ist.